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Birdwatchers

BW_Plakat.jpg Die weißen Großgrundbesitzer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul führen ein komfortables Leben. Der Anbau von genveränderten Pflanzen auf ihren gewaltigen Feldern ist nicht die einzige Einnahmequelle, auch »Birdwatching«-Touren für Touristen sind im Angebot. Die für diese Touren als Foto-Attraktion engagierten Guarani-Kaiowa Indianer fristen dagegen ein klägliches Leben in ihren Reservaten abseits der fruchtbaren Plantagen, vertrieben von dem Land, das einmal ihnen gehörte. Und es ist dieses perspektivlose Dasein, das die Revolution eines Stammes auslöst…

Die Kamera fliegt über dichten, sattgrünen Wald, dann über ein Feld, über die rotbraune, fruchtbare Erde. Ein Baum steht vereinzelt, frei. Der Wald und das Feld: Das sind die zwei Sphären, die in Birdwatchers aufeinander prallen. Sie verweisen auf die Welt der Indianer und auf die der Großgrundbesitzer, auf die Welt derer, die schon immer hier waren, und die Welt derer, die vor drei Generationen kamen, um den Wald in Feld zu verwandeln, bis nur mehr einzeln stehende Bäume übrig blieben.(Christina Nord, TAZ)

Nüchtern und unprätentiös inszeniert und ohne auf einfache Polemik zu setzen, lässt uns der italienische Regisseur Marco Bechis eintauchen in die einzigartige Atmosphäre des brasilianischen Regenwaldes. Ihm gelang ein atmosphärisch außergewöhnlich dichter Film von hypnotischer Intensität, dessen Sog man sich nur schwer entziehen kann. Er nimmt uns mit auf eine Reise ins Herz des Regenwaldes und ins innere der Natur. Unvergesslich.


>>Webseite zum Film

 

Trailer

 

Pressestimmen

«Birdwatchers lässt einen zurück mit der Frage, was Freiheit bedeutet, wie viel Freiheit möglich ist in einer Welt, in der unvereinbare Rechte und Träume konkurrieren.»

Süddeutsche Zeitung

«Verzweifelt schreit ein junger Indio in traditioneller Kriegsbemalung seine Wut heraus über die Gewalt, die seinem Volk angetan wird. Trost bieten in BIRDWATCHERS nur der Urwald mit seiner mystischen Atmosphäre und ein Fluss, an dessen Ufer es zu kurzen, zart utopischen Begegnungen zwischen Ureinwohnern und Weissen kommt.»
Berliner Zeitung


«Er zeigt die Grundbesitzertöchter, die bei Fliegensummen am Pool dösen. Er filmt die Indios in ihren kargen Plastikzelten und den weissen Aufseher, der sie in seinem nicht minder kargen Wohnwagen bewacht. Immer wieder eröffnen die Bilder einen mystischen Raum, in dem Körper erst einmal Körper sind und dann erst jung oder alt, weiss oder braun, reich oder arm. Hier ist der Dschungel ein magisches System, in dem sich Menschen in kurzen utopischen Liebesmomenten begegnen. Und dann wieder ein Wald, an dessen Bäumen sich Indios erhängen.»
Katja Nicodemus, Die Zeit


«Wie vor Jahrzehnten der grosse Filmerzähler Robert Flaherty fasst Bechis das reelle Drama in dramatische, aber dennoch stille Bilder. Die Sicherheit der Bildkomposition ist dabei immer auch eine Garantie für Diskretion. Von der ersten Szene an nimmt dieser Film gefangen: Da erspähen wir mit den Vogel-Schauern die vermeintlich unentdeckten, halbnackten Ureinwohner. In der zweiten Szene holen sie sich den spärlichen Lohn der Inszenierung. Für einen spärlichen Wettbewerb ist dieser hypnotische Film tatsächlich Lohn genug.»
Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau


«Das Ergebnis ist von beeindruckender Intensität, bei der die Sprache, die Gesten und die Natürlichkeit der Guarani ihre eigene Poesie entfalten. Bechis erzählt das Drama eines verlorenen Volkes, dessen Vorstellungen von Heimat und Gemeinschaft nicht in Reservaten einzugrenzen sind, mit einer so selbstverständlichen Meisterschaft, dass man zumindest einen Film lang die Perspektive der Birdwatchers zu verlassen glaubt.»
Michael Althen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Bechis liegt nicht daran, die Dichotomie von edler Ursprünglichkeit und Unheil bringender Zivilisation intakt zu lassen; er idealisiert die Indianer so wenig, wie er den Grossgrundbesitzer dämonisiert. Die Sphären vermischen sich, Feindseligkeit und Neugier gehen Hand in Hand. ... BIRDWATCHERS ist ein toller Film: keine billigen dramaturgischen Tricks, keine simple Opfer-Täter-Logik, indigene Laiendarsteller, die neben den professionellen Schauspielern ohne Not bestehen. Der Film verzichtet außerdem darauf, eine Hauptfigur hervorzuheben; er hat das seltene Talent, von einem Kollektiv zu erzählen.
Cristina Nord, Die Tageszeitung


«Was den Film so beeindruckend macht, sind seine differenzierten Beobachtungen und Verschiebungen. Das kulturelle Nebeneinander wird im Bild manifest - im Blick auf den jeweils anderen -, aber auch zunehmend unreiner. Die Rückeroberung wird wie ein Schachspiel geführt, bei dem es Verhandlungsraum gibt. Die Eingeborenen erweisen sich als gewiefte Taktiker, gerade den Frauen kommt eine wichtige Rolle zu. Trotzdem erzählt Bechis von Unvereinbarkeiten, die irgendwann eskalieren.»
Der Standard, Wien

«Eine wahre Entdeckung ist die italienisch-brasilianische Koproduktion, in der Regisseur Marco Bechis in ungewöhnlichen Bildern das aussichtslose Leben von Ureinwohnern in Brasilien schildert.» Welt

«Während Indios in anderen Filmen über Urvölker eigentlich nur eine Staffage-Rolle spielen ... macht Bechis sie tatsächlich einmal selbst zu Hauptakteuren - und gewann dafür erstmals den Stamm der Guarani-Kaiowa für die Leinwand. Auch wenn er von allen Seiten gewarnt wurde, sie würden ihm bei den Dreharbeiten davonlaufen, wie das ähnlich auch Herzog und Joffé passiert ist. So entstand ein sehr eindringlicher, ungewöhnlicher Film über Möglichkeiten und Grenzen kultureller Annäherung, der die Losung des Festivalchefs zu beiden Teilen einlöst.»
Berliner Morgenpost

A serious contender for the Golden Lion has emerged. Even before Birdwatchers screened to the press, the Lido was saturated by rumours that the film was something special. This technically impressive tale didn't disappoint
THE TIMES ONLINE


An evocative, surprising, vivid and well constructed scenario allows the actors, recruited from real Indians, to give substance to a tale that avoids all the traps of its subject's potential worthiness
THE GUARDIAN

The plight of the Indians living on reservations in the Brazilian Amazon has rarely been portrayed with such warmth and realism as in "Bird Watchers," a well-constructed film that proudly wears its politically correct credentials
THE HOLLYWOOD REPORTER

Bechis is a confident director, good with actors and skilled at showing little touches ...Bechis' passionate film wears its heart very much on its sleeve.
SCREEN DAILY

Raw voltage
THE INDEPENDENT

 

Credits

Kinostart: 16. Juli 2009

 

Sprache / Langue: Port. - Guarani & dt. Fassung

Produktion: Gullane ( Bras ) & Classic ( I )

Dauer: 108 Minuten

Format: 1:2,35

 

Mitwirkende

Regie: Marco Bechis

Drehbuch: Marco Bechis, Luiz Bolognesi, in

Zusammenarbeit mit Lara Fremder

Kamera: Hélcio Alemão Nagamine

Schnitt: Jacopo Quadri

Musik: Domenico Zipoli

 

Darstellende

Abrísio da Silva Pedro, Osvaldo

Alicélia Batista Cabreira, Lia

Ademilson Concianza Verga ( Kiki ), Ireneu

Ambrósio Vilhalva, Nadio

Claudio Santamaria, Die Vogelscheuche

Matheus Nachtergaele, Dimas

Fabiane Pereira da Silva, Maria

Chiara Caselli, Grossgrundbesitzerin

Leonardo Medeiros, Grossgrundbesitzer

Nelson Concianza, Schamane

Poli Fernandez Souza, Tito

 

 

Verleih gefördert von Media und Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein