Halt auf freier Strecke
Andreas Dresen

Kinostart: 17.11.2011
Deutschland 2011
FSK 6 · Laufzeit 110 Min. · Bild 1:1.85

HALT AUF FREIER STRECKE ist eine Geschichte der Extreme, die aus alltäglichen Vorgängen erwachsen, eine Geschichte, die im Tod das Leben feiert.

Trailer

Synopsis

Der Arzt hat die Wahrheit gesagt.
Die Zeit ist bemessen.
Warum ich und warum jetzt?
Ein Mann lässt Frau und Kinder zurück, Eltern, Freunde, Nachbarn und die Geliebte von gestern, die Personen in seinem Leben.
Tag um Tag ein Stück Abschied.
Die Worte werden weniger, länger dauert das Schweigen.
Vor dem Fenster wechselt das Jahr die Farben.
Sterben ist eine letzte Arbeit.
Nicht allein sein, während man allein bleibt, das ist vielleicht gut.
(Wolfgang Kohlhaase)

Frank und Simone haben sich einen Traum erfüllt und leben mit ihren beiden Kindern in einem Reihenhäuschen am Stadtrand. Sie sind ein glückliches Paar, bis zu dem Tag, an dem bei Frank ein inoperabler Hirntumor diagnostiziert wird. Die Familie ist plötzlich mit dem Sterben konfrontiert.

Fotos

Milan Peschel & Steffi Kühnert
© Pandora Film Verleih

Milan Peschel & Steffi Kühnert
© Pandora Film Verleih

Milan Peschel & Steffi Kühnert
© Pandora Film Verleih

Milan Peschel & Steffi Kühnert
© Pandora Film Verleih

Milan Peschel
© Pandora Film Verleih

Milan Peschel, Mika Nilson Seidel, Steffi Kühnert, Talisa Lilli Lemke (v.l.)
© Pandora Film Verleih

Milan Peschel & Mika Nilson Seidel
© Pandora Film Verleih

Mika Nilson Seidel. Talisa Lilli Lemke, Milan Peschel, Steffi Kühnert (v.l.)
© Pandora Film Verleih

Medien

Im Kino
ab 17.11.2011


Auf DVD
ab 24.08.2012


bei Amazon

bei JPC

Details

FSK 6

Laufzeit 106 Min.

Ton

  • Deutsch 2.0 DD / 5.1 DD
  • Audiodeskription für Sehbehinderte

Untertitel

  • Englisch
  • Französisch
  • Spanisch
  • Deutsch für Hörgeschädigte

Bild

  • 16:9 (anamorph)

Extras

  • Interviews mit Andreas Dresen und Milan Peschel
  • Entfernte Szenen
  • Outtakes
  • Harald Schmidt Show
  • Audiokommentar von Andreas Dresen
  • 32-seitiges Booklet

Extras Laufzeit 57 Min.

Auf Blu-ray
ab 24.08.2012


bei Amazon

bei JPC

Details

FSK 6

Laufzeit 106 Min.

Ton

  • Deutsch 2.0 DD/ 5.1 DD
  • Audiodeskription für Sehbehinderte

Untertitel

  • Englisch
  • Französisch
  • Spanisch
  • Deutsch für Hörgeschädigte

Bild

  • 16:9 (anamorph)

Extras

  • Interviews mit Andreas Dresen und Milan Peschel
  • Entfernte Szenen
  • Outtakes
  • Harald Schmidt Show
  • Audiokommentar von Andreas Dresen
  • 32-seitiges Booklet

Extras Laufzeit 57 Min.

Als VoD
ab 09.05.2014


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Details

FSK 6

Pressestimmen

« Ein mutiger, ein großartiger Film » ZDF heute journal
« Ein ehrlicher, herzzerreißender Film (...) Andreas Dresen ist es gelungen, einen Film über den Tod zu machen, der uns auch das vermittelt: die Freude, am Leben zu sein. » ZDF Aspekte
« Eine Geschichte, so echt, wie man es von Andreas Dresen gewohnt ist – so faszinierend, dass man jedem nur wünschen kann, diesen Film zu riskieren » Abendzeitung
« Andreas Dresens bisher bester Film » Die Welt
« Eine emotionale Wucht, wie man sie lange nicht im Kino erlebt hat ... Milan Peschel erweist sich hier in der Rolle des Gefangenen einer tödlichen Krankheit als einer der intensivsten und mutigsten Darsteller seiner Generation » Spiegel Online
« Warum soll man sich diesen Film zumuten? ...Weil der Film vielleicht doch etwas Tröstliches hat. Weil er mitunter dem Tod schwarzhumorig die Stirn bietet ... Lasst uns nachsichtig mit den Menschen sein. Das Glück ist so zerbrechlich » Braunschweiger Zeitung
« Eine genaue Realitätsdarstellung, wie man sie sonst in dieser Form, gepaart mit absurdem schwarzen Humor, nur aus dem britischen Kino kennt » Neue Züricher Zeitung
« Die Haltung dieses Films bleibt immer nüchtern, sie weidet sich nie am Leiden, sie beutet auch nie unser Mitleid aus » Hamburger Abendblatt
« Mit großer Sensibilität und Aufrichtigkeit » Frankfurter Rundschau

Credits

Cast

Simone LangeSteffi Kühnert
Frank LangeMilan Peschel
Lilli LangeTalisa Lilli Lemke
Mika LangeMika Nilson Seidel

Crew

RegieAndreas Dresen
StoffentwicklungAndreas Dresen
StoffentwicklungCooky Ziesche
KameraMichael Hammon, BVK
SzenenbildSusanne Hopf
SchnittJörg Hauschild
ProduktionPeter Rommel

Mit Unterstützung von Medienboard Berlin-Brandenburg Deutscher Filmförderfonds Filmförderungsanstalt

Background Infos

Andreas Dresen

Andreas Dresen wird 1963 in Gera geboren. Aufgewachsen in Schwerin, dreht er seit Ende der 70er Jahre eigene Amateurfilme. Nach seinem Regie-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg, arbeitet er seit 1992 arbeitet er als freier Autor und Regisseur.

Zu seinen Filmen gehören vielfach ausgezeichnete Produktionen wie Nachtgestalten (1999 – Deutscher Kritikerpreis, Deutscher Filmpreis in Silber), Halbe Treppe (2002 – Silberner Bär), Sommer vorm Balkon (2006 – Bayerischer Filmpreis für Beste Regie), Wolke 9 (2008 – »Coup de Coeur« in Cannes, Deutscher Filmpreis für Beste Regie) und Whisky mit Wodka (2009 – Preis für Beste Regie in Karlovy Vary).

Andreas Dresen dreht auch Dokumentarfilme (Herr Wichmann von der CDU – 2002) und arbeitet immer wieder am Theater.

Gespräch mit Andreas Dresen

Regie und Stoffentwicklung

Details

Verfilmen Sie Tabubrüche? Vor drei Jahren war es die Liebe in den Zeiten des Alters, nein falsch, das ist natürlich eine Frage der Perspektive: also in den Zeiten der verlorenen Jugend. Jetzt ist es das Leben in einer Situation, da von einem Augenblick auf den anderen nur noch eines gewiss ist: der Tod.

Tabus zu brechen, interessiert mich nicht. Allerdings verschont einen das Leben selbst wohl eine Zeit lang mit bestimmten Dingen, das wäre dann eine Art positives Tabu. Mein Vater ist vor zehn Jahren gestorben, auch an einem Hirntumor. Aber sonst ist mir der Tod – vielleicht meiner Generation der jetzt bald Fünfzigjährigen – noch nicht allzu taktlos nahe getreten. Doch plötzlich häuften sich die Todesfälle in den Familien meines Freundeskreises. Er schien also näherzukommen.

Mag sein, ich hatte auch eine besondere Empfänglichkeit dafür, weil es mir gerade nicht sehr gut ging. Doch der Punkt ist, dass es eine Gemeinsamkeit in all diesen Berichten gab: Irgendwann, das sagten fast alle, gab es da einen Moment, der beinahe schön gewesen ist, voller Frieden. Eigentlich war es der Moment des Sterbens selbst.

Voller Frieden im maximalen Unfrieden des Menschen mit seinem Schicksal, im Angesicht des Unzumutbaren?

Genau. Und das vor allem, wenn die Betroffenen zu Hause gestorben sind. Cooky Ziesche – mit ihr zusammen nähere ich mich solchen Themen am liebsten – und ich fingen dann an, Filme zu sehen, die vom Sterben und Tod handeln.

Sie wollten nachschauen, ob es den Film schon gab, den Sie drehen würden?

Natürlich. Aber er war nicht dabei. In den meisten Filmen ist der Tod ja doch nur der Vorwand für etwas anderes. Etwa für eine Reise ans Meer.

Wie entstand der Film?

Ganz aus der Bewegung heraus, ohne lange Planung. Im Juni kamen die Schauspieler dazu und wir entwarfen zusammen die Figuren, entwickelten den groben Ablauf der Geschichte.

Zurück zur Anfangsszene ...

... die ich nur der Vollständigkeit halber wollte. Ich hatte an diesem Tag durchaus absichtsvoll eine sehr gedeckte Stimmung verbreitet. Jeder sollte ganz zurückgeworfen sein auf sich. So haben Milan Peschel und Steffi Kühnert Uwe Träger erst vor laufender Kamera kennengelernt. Der erste Take dauerte 40 Minuten und ich war erschüttert. Es war absurd, ich stand da, die Tonangel überm Kopf haltend, und es ging mir wie Steffi: mir kamen die Tränen; ich habe selten beim Drehen so extrem empfunden. Ich wusste, dass der Film so anfangen würde. Diese Mischung aus einer großen Sachlichkeit und Empathie bei diesem Arzt! Und die langen Pausen, die er gelassen hat! Wie er den anderen Raum gegeben hat! Ich muss zugeben, ich hatte vor, den ersten Take über- wiegend auf ihn zu drehen, weil ich gedacht hatte, er wird das nur einmal richtig gut machen.

Aber dann sah ich, dass das falsch war.

Warum falsch?

Weil die Schauspieler die ganze Wucht der Szene abkriegen wie wir ja auch. Ich habe also mitten in der Einstellung zu meinem Kameramann gesagt, er soll auf Milan und Steffi gehen. Der zweite Take hatte dann Uwe Träger frontal im Bild, und mit dem dritten beginnt der Film, es war wieder die Einstellung auf Steffi und Milan, aber wir versuchten, es optisch besser zu machen. Zum Glück war er wieder so stark, und dann kam auch noch der reale Telefonanruf, genau an dieser höchst sensiblen, heiklen Stelle ... Ich weiß auch nicht, wer für uns dieses Drehbuch geschrieben hat.

Wie ist es Ihnen gelungen, die Home-Care-Ärztin Petra Anwar für diesen Film zu gewinnen?

Die Anwar kommt wie ein Engel in diesen Film, nicht wahr? Aber sie wollte nicht. Und wenn man sie sieht, weiß man, was es bedeutet, wenn diese Frau etwas nicht will. Aber wir haben sie gezwungen. Durch Ausdauer und sanfte Unnachgiebigkeit. Darüber bin ich so glücklich.

Steffi Kühnert und Milan Peschel haben noch nie zusammen gearbeitet, Sie haben noch nie mit Milan Peschel gearbeitet. Wie sind Sie auf beide gekommen?

Ich habe gewusst, dass sie die Richtigen sind. Sie sind beide so absolut konkret, noch in kleinsten Reaktionen, und zugleich so verspielt. So gefühlvoll, und doch jenseits aller Sentimentalität.

Milan Peschel

Geboren 1967 in Ost-Berlin, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« und gehörte von 1997 bis 2008 zum Ensemble der Berliner Volksbühne. Seit 2007 führt er auch Theaterregie und ist seit seiner Hauptrolle in Robert Thalheims Filmdebüt Netto auch zum prägenden Filmschauspieler geworden.

Filmographie (Auswahl)

  • 2005 Netto
  • 2006 Schwarze Schafe
  • 2009 Mitte Ende August
  • 2010 Boxhagener Platz

Steffi Kühnert

Geboren 1963 in Ost-Berlin, studierte die gelernte Herrenmaßschneiderin bis 1985 an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« und war fortan vor allem Theaterschauspielerin. 1990 bekam sie für ihre Titelrolle in Nora den Alfred-Kerr-Darstellerpreis. Die Regie hatte Leander Haußmann, der sie auch in seinen Filmen besetzte. In Halbe Treppe arbeitete sie 2002 zum ersten Mal mit Andreas Dresen zusammen.

Filmographie (Auswahl)

  • 1996 Männerpension
  • 1999 Sonnenallee
  • 2002 Halbe Treppe
  • 2003 Herr Lehmann
  • 2005 NVA
  • 2008 Wolke 9
  • 2009 Das weiße Band

Talisa Lilli Lemke

Talisa Lilli Lemke wurde 1996 in Berlin geboren und ist eine erfolgreiche Wasserspringerin. Dies ist ihr Leinwanddebüt.

Mika Nilson Seidel

Geboren 2002, sammelte vor Halt auf freier Strecke bereits Erfahrungen in verschiedenen TV-Produktionen.

Ursula Werner

Geboren 1943 in Eberswalde, war über dreißig Jahre Ensemblemitglied am Berliner »Maxim-Gorki-Theater«. Als Doktorin Unglaube in Ein irrer Duft von frischem Heu (1977) prägte sie sich ins Filmgedächtnis des Ostens ein. Der Erfolg von Dresens Liebe-im-Alter-Tragikkomödie Wolke 9 war 2008 nicht zuletzt der ihre als Hauptdarstellerin.