Birdwatchers
Marco Bechis

Kinostart: 16.07.2009
Italien, Brasilien 2008
FSK 12 · Laufzeit 108 Min. · Bild 1.:2.35

"Wie vor Jahrzehnten der grosse Filmerzähler Robert Flaherty fasst Bechis das reelle Drama in dramatische, aber dennoch stille Bilder. Die Sicherheit der Bildkomposition ist dabei immer auch eine Garantie für Diskretion. Von der ersten Szene an nimmt dieser Film gefangen: Da erspähen wir mit den Vogel-Schauern die vermeintlich unentdeckten, halbnackten Ureinwohner. In der zweiten Szene holen sie sich den spärlichen Lohn der Inszenierung. Für einen spärlichen Wettbewerb ist dieser hypnotische Film tatsächlich Lohn genug." Frankfurter Rundschau

Trailer

Synopsis

Die weißen Großgrundbesitzer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul führen ein komfortables Leben. Der Anbau von genveränderten Pflanzen auf ihren gewaltigen Feldern ist nicht die einzige Einnahmequelle, auch »Birdwatching«-Touren für Touristen sind im Angebot. Die für diese Touren als Foto-Attraktion engagierten Guarani-Kaiowa Indianer fristen dagegen ein klägliches Leben in ihren Reservaten abseits der fruchtbaren Plantagen, vertrieben von dem Land, das einmal ihnen gehörte. Und es ist dieses perspektivlose Dasein, das die Revolution eines Stammes auslöst…
Nüchtern und unprätentiös inszeniert und ohne auf einfache Polemik zu setzen, lässt uns der italienische Regisseur Marco Bechis eintauchen in die einzigartige Atmosphäre des brasilianischen Regenwaldes. Ihm gelang ein atmosphärisch außergewöhnlich dichter Film von hypnotischer Intensität, dessen Sog man sich nur schwer entziehen kann. Er nimmt uns mit auf eine Reise ins Herz des Regenwaldes und ins innere der Natur. Unvergesslich.

Fotos

© Pandora Film Verleih

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Medien

Im Kino
ab 16.07.2009


Details

FSK 12

Laufzeit 108 Min.

Ton

  • 5.1

Bild

  • 1.:2.35

Screening

  • DCP
  • 35mm

Auf DVD
ab 29.01.2010


bei Amazon

bei JPC

Details

FSK 12

Laufzeit 108 Min.

Ton

  • Deutsch 2.0 DD / 5.1 DD
  • Originalfassung (Portugiesisch,Guarani,Französisch) 2.0 DD / 5.1 DD

Untertitel

  • Deutsch

Bild

  • 16:9

Als VoD
ab 17.05.2014


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Details

FSK 12

Pressestimmen

« Birdwatchers lässt einen zurück mit der Frage, was Freiheit bedeutet, wie viel Freiheit möglich ist in einer Welt, in der unvereinbare Rechte und Träume konkurrieren. » Süddeutsche Zeitung
« erzweifelt schreit ein junger Indio in traditioneller Kriegsbemalung seine Wut heraus über die Gewalt, die seinem Volk angetan wird. Trost bieten in BIRDWATCHERS nur der Urwald mit seiner mystischen Atmosphäre und ein Fluss, an dessen Ufer es zu kurzen, zart utopischen Begegnungen zwischen Ureinwohnern und Weissen kommt. » Berliner Zeitung
« Er zeigt die Grundbesitzertöchter, die bei Fliegensummen am Pool dösen. Er filmt die Indios in ihren kargen Plastikzelten und den weissen Aufseher, der sie in seinem nicht minder kargen Wohnwagen bewacht. Immer wieder eröffnen die Bilder einen mystischen Raum, in dem Körper erst einmal Körper sind und dann erst jung oder alt, weiss oder braun, reich oder arm. Hier ist der Dschungel ein magisches System, in dem sich Menschen in kurzen utopischen Liebesmomenten begegnen. Und dann wieder ein Wald, an dessen Bäumen sich Indios erhängen. » Die Zeit
« Wie vor Jahrzehnten der grosse Filmerzähler Robert Flaherty fasst Bechis das reelle Drama in dramatische, aber dennoch stille Bilder. Die Sicherheit der Bildkomposition ist dabei immer auch eine Garantie für Diskretion. Von der ersten Szene an nimmt dieser Film gefangen: Da erspähen wir mit den Vogel-Schauern die vermeintlich unentdeckten, halbnackten Ureinwohner. In der zweiten Szene holen sie sich den spärlichen Lohn der Inszenierung. Für einen spärlichen Wettbewerb ist dieser hypnotische Film tatsächlich Lohn genug. » Frankfurter Rundschau
« Das Ergebnis ist von beeindruckender Intensität, bei der die Sprache, die Gesten und die Natürlichkeit der Guarani ihre eigene Poesie entfalten. Bechis erzählt das Drama eines verlorenen Volkes, dessen Vorstellungen von Heimat und Gemeinschaft nicht in Reservaten einzugrenzen sind, mit einer so selbstverständlichen Meisterschaft, dass man zumindest einen Film lang die Perspektive der Birdwatchers zu verlassen glaubt. » FAZ
« Bechis liegt nicht daran, die Dichotomie von edler Ursprünglichkeit und Unheil bringender Zivilisation intakt zu lassen; er idealisiert die Indianer so wenig, wie er den Grossgrundbesitzer dämonisiert. Die Sphären vermischen sich, Feindseligkeit und Neugier gehen Hand in Hand. ... BIRDWATCHERS ist ein toller Film: keine billigen dramaturgischen Tricks, keine simple Opfer-Täter-Logik, indigene Laiendarsteller, die neben den professionellen Schauspielern ohne Not bestehen. Der Film verzichtet außerdem darauf, eine Hauptfigur hervorzuheben; er hat das seltene Talent, von einem Kollektiv zu erzählen » taz
« Was den Film so beeindruckend macht, sind seine differenzierten Beobachtungen und Verschiebungen. Das kulturelle Nebeneinander wird im Bild manifest - im Blick auf den jeweils anderen -, aber auch zunehmend unreiner. Die Rückeroberung wird wie ein Schachspiel geführt, bei dem es Verhandlungsraum gibt. Die Eingeborenen erweisen sich als gewiefte Taktiker, gerade den Frauen kommt eine wichtige Rolle zu. Trotzdem erzählt Bechis von Unvereinbarkeiten, die irgendwann eskalieren. » Der Standard, Wien
« Eine wahre Entdeckung ist die italienisch-brasilianische Koproduktion, in der Regisseur Marco Bechis in ungewöhnlichen Bildern das aussichtslose Leben von Ureinwohnern in Brasilien schildert. » Welt
« Während Indios in anderen Filmen über Urvölker eigentlich nur eine Staffage-Rolle spielen ... macht Bechis sie tatsächlich einmal selbst zu Hauptakteuren - und gewann dafür erstmals den Stamm der Guarani-Kaiowa für die Leinwand. Auch wenn er von allen Seiten gewarnt wurde, sie würden ihm bei den Dreharbeiten davonlaufen, wie das ähnlich auch Herzog und Joffé passiert ist. So entstand ein sehr eindringlicher, ungewöhnlicher Film über Möglichkeiten und Grenzen kultureller Annäherung, der die Losung des Festivalchefs zu beiden Teilen einlöst. » Berliner Morgenpost